Bewegung gegen Krankheit

Bewegung gegen Krankheit

Wir sitzen zuviel. Viel zu viel. Diese Aussage hat sich den letzen Jahren immer stärker bewahrheitet. Durch die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere die Verlagerung von der handwerklichen und industriellen Produktion hin zur Büroarbeit, sitzen wir mehr denn je. Und wir bewegen uns dazu insgesamt noch weniger als vor einigen Jahren. Das schadet unserem Körper weit mehr, als wir bisher angenomm haben. Daher bieten wir an dieser Stelle einige einfache aber wirkungsvolle Maßnahmen auf Bürostühlen an, um etwas mehr Bewegung und damit Gesundheit in den Arbeitstag im Büro zu bringen.

Die Degeneration eines Laufwesens

Der Mensch wurde ursprünglich als laufendes Wesen entwickelt – ständig in Bewegung, auf der Jagd oder auf der Flucht. Skelett und Muskulatur sind dafür gemacht, lange Strecken laufen zu können. Doch das war einmal. Heute wird gesessen, und das viele Stunden am Tag. Im Auto, bei der Arbeit, in der Freizeit – wir sitzen so lange, wie keine Generation vor uns.

Jüngste Langzeitstudien aus Großbritannien stellen verheerende Auswirkungen dieses täglichen Sitzmarathons fest. Denn nicht nur unser Skelett und die Muskeln werden negativ durch langes und unbewegliches Sitzen beeinflusst, sondern auch auch das Herz-Kreislaufsystem und der Stoffwechsel. Das Wissenschaftsgebiet, dem die insgesamt 18 durchgeführten Studien zuzurechnen sind, ist noch recht jung und hat den Namen „Inaktivitätsforschung“. Es geht dabei, wie der Name schon sagt, um Wachphasen des Menschen mit besonders wenig Aktivität. Einige Ärzte und Wissenschaftler betiteln das Sitzen bereits als das neue „Rauchen“, weil es ähnlich schädlich für den Menschen sei. Die beiden aktuellen Artikel dazu finden Sie auf folgenden Links: Spiegel online und Süddeutsche Zeitung.

Kaum mehr Puls beim Arbeiten als beim Schlafen

Fakt ist, dass bei vielen Menschen der Pulsschlag und der damit verbundene Energieverbrauch beim Sitzen und „Arbeiten“ vor dem Computer nur wenig über dem liegt, den wir beim Schlafen haben. Welche negativen Auswirkungen das auf die Gesundheit hat, kann sich auch der Laie vorstellen. Schließlich wurde der Homo erectus bei seiner Entstehung als Lauf- und Jagdwesen entwickelt – stoisches Sitzen in Unbeweglichkeit stand damals nicht auf dem Plan. Der Mensch muss sich also unbedingt mehr bewegen am Büroarbeitsplatz. Dazu haben wir ein paar einfache Maßnahmen im Programm, die Sie unauffällig und doch wirksam an Ihrem Arbeitsplatz durchführen können um wieder mehr Beweglichkeit und Aktivität in Ihren Bürotag zu bringen.

1. Drucker und Großraumtasse müssen gehen

Ein erster, aber wesentlicher Schritt zu mehr Bewegung im Büro stellt das „Auslagern“ von lieben Gefährten am Arbeitsplatz dar. Wenn Sie die Dinge um sich herum, in greifbarer Nähe haben und auf einem Bürostuhl mit Rollen arbeiten, brauchen Sie sich nur zu drehen und haben alles im Griff. Das ist zwar bequem, führt aber zu fast völliger Bewegungslosigkeit. Stellen Sie Ihren Drucker am besten auf einen anderen Tisch. Wenn Sie aufstehen und Ihre Ausdrucke aus dem Drucker holen, steigt Ihre Aktivität um ein Vielfaches. Das gleiche gilt für Thermokannen auf dem Schreibtisch. Die stellen Sie am besten in die Teeküche und die Tasse sollte auch nicht mehr als 200 ml fassen. Dann können Sie sich ab und zu ein neues Getränk holen, stehen dabei auf und legen ein paar Meter zurück. Auch für Getränkeflaschen gehören in die Küche.

2. Fitnessgerät Telefon

Sie telefonieren viel? Wunderbar. Sie haben dazu auch noch ein schnurloses Telefon? Noch besser. Nutzen Sie die Zeit am Telefon dazu, um aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen. Das heißt nicht, dass Sie einen Kurzstreckenlauf durch das Büro hinlegen sollen. Aber ein paar Schritte in die eine oder andere Richtungen bringen Ihren Kreislauf in Schwung und befördern Sauerstoff ins Gehirn. Das ist nicht nur gut für die Durchblutung, sondern macht Sie auch noch schlagfertiger beim Verhandeln am Telefon. Wenn Sie durch ein Kabel an das Gerät gebunden sind, dann versuchen Sie es einfach mit gelegentlichem Aufstehen. Schon dabei werden Sie deutlich aktiver als beim Sitzen.

Am besten allerdings ist ein Headset zum Telefonieren. Damit haben Sie die absolute Bewegungsfreiheit und Sie können nach Belieben umhergehen und weiterarbeiten. Da bleiben die Arme frei und, wer sich traut, kann diese einfach ein paar Mal anheben und sich dabei lockern und bewegen. Die Schulter- und Rückenmuskeln sind dankbar dafür.

3. Raucherpause ohne Nikotin

Etwas provokant, aber ausgesprochen wirkungsvoll, ist die Nutzung der Raucherpausen. Sie haben Kollegen, die gelegentlich nach draußen gehen um zu Rauchen? Auch wenn Sie Nichtraucher sind, können Sie dabei sein und ein paar Minuten frische Luft schnappen. Wenn Sie sich etwas abseits stellen und so dem passiven Rauchen nicht ausgesetzt sind, können Sie nicht nur die gleiche Menge an zusätzlichen Freiminuten genießen wie Ihre rauchenden Kollegen, sondern tun auch noch etwas für Ihre Gesundheit. Wenn Sie dann noch statt des Fahrstuhls die Treppen benutzen, erhöhen Sie Ihre Aktivität am Arbeitsplatz enorm.

4. Schuhe aus, Arme und Beine hoch und Rücken gerade

Wenn Sie können, dann sollten Sie – zumindest zeitweise – Ihre Schuhe unter dem Schreibtisch ausziehen. Eine entsprechende Fußhygiene vorausgesetzt, ist das eine wunderbare Möglichkeit, die Füße zu bewegen, über Zehen und Ballen rhythmisch abzurollen oder einfach die Waden anzuspannen und sich auf den Fußzehen abzustützen. Ein Igelball sorgt für spielerische Übungen mit den Füßen und regt die Durchblutung an. Das fördert übrigens nicht nur den Stoffwechsel, sondern auch die Konzentration. Weiter geht es mit dem Beinen: strecken Sie einfach abwechselnd das rechte und dann das linke Bein durch und halten sie es einige Sekunden in der Luft. Wer das regelmäßig tut, der spannt dabei ganz automatisch auch seine Rückenmuskulatur zur Stabilisierung an und kräftigt diese zusätzlich.

Abbildungsinformationen: Die Bilder wurden dem Ergonomiewelt-magazin.de von den Herstellern zur Verfügung gestellt oder von Bilddatenbanken gekauft*.
Titelbild: Haider „Boogie“ mit Bioswing Technologie, Abb. 1*: Fotolia, Abb. 2: HAG Capisco Puls 8010, Abb. 3: HAG SoFi, Abb. 4: HAG Capisco 8010