Interview mit Jutta und Jens Freiberg

Interview mit Jutta und Jens Freiberg

1. Seit wann ist Ergonomie für Sie ein Thema? Wie sind dazu gekommen?

Jens Freiberg: Als ich 1994 mit meinen eigenen Rückenproblemen zu kämpfen hatte und nach echten Lösungen suchte, kam mir die Idee, ein Konzept für ein spezialisiertes Fachgeschäft zu entwickeln.

 

2. Können Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang in Sachen Ergonomie skizzieren? (Seit wann betreiben Sie ihr eigenes Ladengeschäft?)

Jutta Freiberg: Nach dem Betriebswirtschaftsstudium meines Mannes und den notwendigen Vorarbeiten eröffneten wir 1996 unser eigenes Geschäft und brachten eine Vielzahl an persönlichen Erfahrungen zum Thema rückenfreundlich liegen und sitzen mit ein.

 

3. Was bedeutet Ergonomie für Sie?

Jens Freiberg: Ziel der Ergonomie ist es ja, das persönliche Arbeitsleben und die dazugehörigen Bedingungen perfekt aufeinander abzustimmen. Für uns heißt das, neben der ständigen Suche nach sinnvollen Produkten vor allem, unsere Kunden diesbezüglich so zu beraten, dass der Arbeitsplatz eben auch körperlich spürbar Freude macht und die Leistungsfähigkeit fördert.

Jutta Freiberg: Hierbei sind aber auch die individuellen Bedürfnisse, die Neigungen und Fähigkeiten der betreffenden Personen bis hin zum persönlichen Wohlfühlfaktor zu berücksichtigen. Keine leichte Aufgabe, aber wenn sie die Probleme gemeinsam auflösen können, eine dankbare und erfüllende Herausforderung!

 

4. Das Sitzen und die damit verbundene Bewegungslosigkeit stehen aktuell sehr in der Kritik. Jüngste wissenschaftliche Studien sparen nicht mit harschen Vorwürfen. Wie schätzen Sie die Sachlage ein?

Jens Freiberg: In der Tat ist die Bewegungsarmut durch sich ständig veränderte Arbeitswelten ein ernstzunehmendes Problem. Es führt neben gesundheitlichen Belastungen, wie z.B. Verspannungen, Sehnenverkürzungen oder auch Bandscheibenschäden auch zu erheblichen Krankheitsausfällen und Leistungseinschränkungen der Betroffenen. Deshalb gilt es hier intelligente Lösungen zu suchen, wie z.B. Steh-Sitz-Arbeitsplätze oder Stehpulte und vieles mehr. Bewegliche Möbel und die einfache Handhabung sind der Garant für einen echten Zusatznutzen.

 

5. Gibt es einen Hersteller / Produktlinie, die Sie besonders schätzen / empfehlen?

Jutta Freiberg: Der neue SoFi von HÅG hat wirklich einen tollen Eindruck bei mir hinterlassen, die hohe Flexibilität und Bequemlichkeit lassen keine Wünsche offen.

Jens Freiberg: Mein Lieblingssessel ist der Gravity balans von Varièr – mehr Entspannung geht nicht!

 

6. Auf welchem Stuhl und an welchem Schreibtisch sitzen / arbeiten Sie?

Jutta Freiberg: Wie das so ist, wenn man an der Quelle sitzt: Ich sitze an einem motorisch höhenverstellbarem Schreibtisch und auf dem neuesten Modell SoFi der Firma HÅG.

Jens Freiberg: Ich sitze seit über 15 Jahren auf einem Haider Bioswing-Stuhl.

 

7. Welche Maßnahmen empfehlen Sie zusätzlich um einen Arbeitsplatz ergonomisch sinnvoll zu gestalten?

Jutta Freiberg: In erster Linie stehen der Mensch, seine Befindlichkeiten und Prioritäten im Mittelpunkt. Eine Analyse der vorhandenen Bedingungen schafft die Voraussetzung für eine gute Arbeitsplatzgestaltung. Hierbei ist der Stuhl in der Regel von zentraler Bedeutung. Der Tisch, die Beleuchtung, eventuell eine Fußstütze – bis hin zur Maus, sind die Details aufeinander abzustimmen um eine optimale ergonomische Lösung zu garantieren.

 

8. Ergonomie am Arbeitsplatz ist für viele Menschen ein Begriff. Wie sieht es zu Hause aus? Welche Möglichkeiten empfehlen Sie dort?

Jens Freiberg: Ob für den Home-Office-Bereich, die Essgruppe oder die Entspannungsecke – es gibt so vielfältige und detailreiche Lösungen, da findet jeder etwas seinem Geschmack entsprechend. Ob maßgefertigte Stühle, Sessel oder Tische, ob aus Holz, Stoff oder Leder – da hat der Fachhandel wirklich etwas zu bieten und unterscheidet sich natürlich wohltuend vom Discounter oder der Großfläche.

 

9. Gibt es weitere Bereiche des Lebens, wo Ergonomie eine Rolle spielt (wie z.B. Autofahren, Sport, Freizeit)?

Jens Freiberg: Mittlerweile gibt es für viele Bereiche sinnvolle Lösungen. Natürlich ist ein rückenfreundlicher Autositz für Vielfahrer unverzichtbar, oder der passende Sportschuh für den Läufer. Aber auch das ergonomisch gestaltete Fahrrad oder der gut tragbare Schulranzen sind sinnvolle Ergänzungen.

 

10. Wie sehen Sie die Rolle ergonomischer Möbel in der Zukunft?

Jutta Freiberg: Da ist noch viel Spielraum. Dadurch, dass sich unsere Arbeitsprozesse ständig verändern und viele medizinische Erkenntnisse erst gewonnen werden, befindet sich hier vieles im Wandel. Neue technologische Möglichkeiten eröffnen zusätzlich neue Gestaltungsmöglichkeiten. Insgesamt ein ganz spannendes Thema der nächsten Jahre für die Industrie, den Handel und unsere Kunden.